[ein kulturelles Gedächtnis]

Ausgangspunkt der Arbeit an [ARTist]s ist die Portraitmalerei und das Tafelbild der „Alter Meister“.
Die Inhalte des altmeisterlichen Portraits waren der Abgebildete selbst, sein Beruf - die für die Arbeit benötigten Hilfsmittel - und sein privates Umfeld. Nach diesem Konzept und seinen Inhalten ergibt sich die Arbeitsweise mit der wir zeitgenössische KünstlerInnen aus Österreich und dem umliegenden Europa filmisch und photographisch portraitieren. Die Arbeit mit den KünstlerInnen ist dabei aber nicht auf einen engen zeitlichen Abschnitt beschränkt, sondern soll so lange wie möglich aufrechterhalten werden. Vorrangig geht es dabei um das Sammeln von Material um damit zu einem späteren Zeitpunkt individuell angepasste Arbeiten erstellen zu können.

Detailgetreue und chronologische Biographien sind nicht der wesentliche Anspruch von Ferdinand ‚Marshall’ Karl und Gerald Y. Plattner, sondern das Miterleben des Augenblicks und das Eintauchen in die Alltagssituation der KünstlerInnen - [ARTist]s sieht sich als multimedialer Vermittler zwischen Kunstschaffenden und Publikum.

Ziel dieses Projektes ist die Erstellung einer mannigfaltigen Medien-Sammlung zeitgenösischer KünstlerInnen.

Ausgehend vom vorhandenen Material und in Zusammenarbeit mit den KünstlerInnen, Museen und Galerien, sowie Medien-Institutionen können Photo-/Video-Installationen im öffentlichen Raum, eine DVD-Kollektion, für das Fernsehen sowie das Internet adaptierte Künstler-Portraits, Kataloge und Bücher erstellt werden.



Die private Person, der Künstler als Individuum steht im Zentrum dieser Portraitreihe, welche einen unmittelbaren Einblick in die Lebens- und Arbeitswelt prominenter Zeitgenossen vermittelt. Die Porträts fokussieren ganz auf dem Hier und Jetzt.

Auf Art und Weise der Inszenierung wird kaum Einfluss genommen, diese ist primär den Darstellern überantwortet. Sie steuern Richtung und Tempo der Erzählung im Gesprächsteil, sie führen in ihrem Atelier vor einer fix positionierten Kamera künstlerische Arbeiten durch und lassen die Zuseher an diversen alltäglichen Tätigkeiten teilnehmen. Zu sehen und zu hören sind ausschließlich die Kunstschaffenden, die sich scheinbar subjektiv auf das Publikum beziehen.

Während der gesamten Drehzeit macht Gerald Y Plattner Schwarz-Weiß-Photographien vom Schauplatz, die den Portraitierten und seine Selbstdarstellung aus der Perspektive eines teilnehmenden Beobachters abbilden. Im Film erscheinen diese Momentaufnahmen als Einblendungen, die den Erzählfluss akzentuieren und die mannigfaltige Schnittstellen zwischen den drei verschiedenen Erzählsträngen, dem Gespräch, der Arbeit und dem Alltagsleben markieren.